Konzerte geplatzt, Ticketrückgabe an Admirar Inc.

Rhauderfehn – Nach den geplatzten Konzerten fordert der Veranstalter Admirar Inc. mit Sitz in Dresden nun Ticketbesitzer auf, die Originale zwecks Erstattung an den Firmensitz zu senden. Für viele stellt sich jetzt die Frage: Wie mache ich das? Was, wenn die Tickets am Ende weg sind? Sicherheit gibt es am Ende vermutlich keine. Auch übernehmen keine Haftung für diesen Tipp.

Tickets

Viele Fragen stellen sich

In der Vergangenheit hat sich der Veranstalter Admirar Inc. als nicht besonders zuverlässig erwiesen. Berichte über schlechte Bonität, Schuldzuweisungen für die geplatzen Veranstaltungen in Rhauderfehn lassen jetzt viele um ihr Geld für die bei AdTicket gekauften Eintrittskarten bangen. Auf der sicheren Seite sind bisher nur Käufer in den Media-Shops der ZGO-Gruppe. Diese haben gegen Abtretungserklärung, Quittung und Tickets das Geld erstattet.

AdTicket selbst gibt an, das Admirar Inc. die Erstattung selbst regelt. Tickets sollen dazu an

Admirar Inc.
Freiberger Straße 39
01067 Dresden

zusammen mit einer Angabe der Kontonummer gesandt werden. Die Bearbeitungsdauer der Rückerstattung gibt der Veranstalter mit bis zu 4 Wochen an.

Ungutes Gefühl inklusive

Viele Leser beschleicht aber offenbar ein ungutes Gefühl, die Tickets und damit alle Beweise einfach in einem Briefumschlag an eine Firma zu schicken, die sich in der Vergangenheit nicht als besonders zuverlässig erwiesen hat. Ganz im Gegenteil, bei den meisten dürfte die Aufforderung eher Bauchschmerzen verursachen. 5 Tickets im Umschlag, was tun, wenn die weg sind? Oder schlimmer vielleicht noch, der Veranstalter könnte behaupten, diese nie bekommen zu haben?

Viele Fallstricke

Die Meisten werden wohl schlicht ihr(e) Ticket(s) in einen Umschlag mit entsprechendem Anschreiben stecken und ggf. per Einschreiben/Rückschein auf den Weg bringen um wenigsten ein bisschen Gewissheit zu haben. Gegegebenenfalls wird vor Zeugen und mit Foto-Dokumentation eingetütet. Der Rückschein sollte dann die Gewissheit bringen. Leider sagt der nur aus, dass ein Schriftstück übergeben wurde – nicht, was in diesem Schriftstück war. Der Beweiswert dürfte im Ernstfall gegen Null gehen, wenn die Behauptung aufkommt, da waren nur leere Blätter im Umschlag. Oder die Tickets unterwegs rausgefallen sind.

Wichtig!

Kopiert eure Tickets – Vorder- und Rückseite sowie euer Anschreiben! Am besten vor Zeugen, die nicht grad zur näheren Verwandschaft gehören. Setzt in eurem Anschreiben eine angemessene Frist, ab wann der Veranstalter in Zahlungsverzug ist. Vergesst die Kontonummer zur Rücküberweisung nicht! Tütet den Kram ein. Bringt den Brief zusammen mit dem Zeugen zur Post. Das hilft zwar nicht, wenn behauptet wird, nie was erhalten zu haben, ist aber erstmal besser als gar nichts (und auf jedem Fall ein Zeuge für den Inhalt/die Abgabe an die Post). Investiert in ein Einschreiben mit Rückschein.

Rechtssicher gehts nur auf langsamen Weg

Etwas kostenintensiver als ein Anschreiben/Rückschein bietet die Zustellung per PZU oder persönlich über den Gerichtsvollzieher. Folgende Möglichkeiten würde sich da ergeben:

Persönliche Zustellung

Schickt dazu 2 Kopien ALLER Tickts (Vor- und Rückseite) und des Anschreibens, den nicht verschlossenen Umschlag mit den Original-Unterlagen zusammen mit einem Schreiben an die zuständige Gerichtsvollzieher-Verteilerstelle:

Amtsgericht Dresden
Roßbachstraße 6
01069 Dresden

Sehr geehrter Herr Gerichtsvollzieher, sehr geehrte Frau Gerichtsvollzieherin,

hiermit beauftrage ich Sie mit der Zustellung des in der Anlage übersanden Schreiben nebst Anlagen an Firma ……. . Ich bitte höflich darum das vg. Schreiben persönlich an Firma…. auszuhändigen, da es sich bei dem Schreiben um eine ….. (Rückerstattung von Konzertickets mit den angeforderten Originaltickets) handelt. Ich weise der guten Ordnung halber darauf hin, dass das Schreiben bis spätestens zum …… an Firma…. Zugestellt werden muss. Die Kosten Ihrer Inanspruchnahme bitte ich mir aufzugeben.

Was folgen wird, ist in jedem Fall eine Rechnung an euch. Die persönliche Zustellung ist wohl die kostenintensivste und schlägt, je nach Gebühren des Bundeslandes mit rund 20,- Euro +Auslagen und Wegegeld zu Buche. Für Einzelticketinhaber vermutlich uninteressant, wer aber 4, 5 oder mehr Tickets gekauft hat, für den dürfte sich diese Variante allerdings rechnen.
Denn anders als die Post wird durch den Gerichtsvollzieher nicht nur die Übergabe eines beliebigen Schreibens – sondern genau des Schreibens diesen Inhalts beurkundet.

Auch örtliche Gerichtsvollzieher können rechtssicher zustellen – hier entfällt das Wegegeld und der Inhalt wird per Postzustellungsurkunde zugestellt. Auch hier ergibt sich für gewöhnlich der Fall, das der genaue Inhalt des Schreibens dem Gerichtsvollzieher bekannt ist. Für gewöhnlich kommt dann eine der Kopien nebst einer Rechnung an euch zurück. Die örtlichen Gerichtsvollzieher finden sich, nebst Kontaktdaten, auf der Webseite des Amtsgerichts Leer.

In jedem Falle gilt: Wir übernehmen keinerlei Haftung und dieser Artikel stellt auch keine Rechtsberatung dar. Diese kann nur über einen Anwalt erfogen.

AD Blaulicht-Party