Sierra Kidds Comeback in der Kesselschmiede Papenburg
Acht Jahre Bühnenpause – und doch fühlt es sich an, als sei Sierra Kidd nie weg gewesen. Am Samstagabend pilgerten rund 1800 Fans aus ganz Deutschland und dem Umland in die ausverkaufte Kesselschmiede, um den Rapper live zu erleben. Kein pompöses Comeback-Spektakel, sondern ein Abend voller Nähe, Musik und gemeinsamer Energie.
Chayn eröffnet den Abend
Den Auftakt machte Chayn, der Opener des Abends, mit einer Mischung aus melodischem Rap und ehrlicher Bodenständigkeit. Ein wenig Anheizen gehörte dazu – ein „Papenburg, seid ihr bereit?!“ –, doch künstliche Härte oder übertriebenes Showgetöse blieb aus. Es entstand sofort eine lockere, vertraute Stimmung in der ausverkauften Kesselschmiede, die das Publikum auf die kommenden zwei Stunden einstimmte.

Ein leiser, starker Auftakt von Sierra Kidd
Mit „Alles“, einem seiner frühen Stücke, eröffnete Sierra Kidd den Abends recht schnörkellos. Die runde Bühne inmitten der Kesselschmiede, viel Licht und ein für das Industriegebäude überraschend klarer Sound schafften Nähe. Es folgte eine knapp zweistündige Reise durch verschiedene Schaffensphasen des Künstlers, die sowohl musikalische Entwicklung als auch persönliche Geschichten spürbar macht.

Überraschung mit Herz: Cherriimoya betritt die Bühne
Nicht nur solo, sondern auch mit Wegbegleitern: Cheriimoya, Sängerin und Lebensgefährtin von Sierra Kidd, setzt Akzente, die zart und kraftvoll zugleich wirken. Bekannt wurde sie vor allem durch die gemeinsame Single “Living Life, In The Night“, die Sierra Kidds Rap mit ihrem einprägsamen Gesang verbindet und hundert Millionen Streams auf Spotify erreichte. Ihre Stimme verlieh dem Abend eine warme, vertraute Note und zeigt, wie stark die musikalische Partnerschaft die Energie von Sierra Kidd prägt.

Absent – die junge Stimme der Szene
Neben ausgewählten Songs aus allen Schaffensphasen Sierra Kidds sorgte Rapper Absent für die zweite Überraschung des Abends. Der junge Künstler, der früh über Plattformen wie SoundCloud auf sich aufmerksam machte, verbindet melodische Hooks mit emotional geprägten Texten, die oft von persönlichen Erfahrungen und Selbstreflexion erzählen. Live überzeugt er durch Präsenz und Authentizität, wodurch das Publikum seine Lieder unmittelbar miterlebt und mitschwingt.

Edo Saiya – zwischen Melancholie und Flow
Edo Saiya trat ebenfalls als Special-Guest auf und entfaltete auf der Bühne seine ganze Wirkung. Mit melodischen Hooks, treibenden Beats und persönlichen Texten zog er das Publikum sofort in seinen Bann. Seine Songs spiegeln innere Konflikte, Selbstzweifel und Reflexion wider, doch live spürt man auch die Energie, die zwischen Melancholie und kraftvollem Flow pulsiert. Dieses Zusammenspiel aus Emotion und Präsenz macht Edo Saiya zu einem der spannendsten Acts der jungen deutschen Rap-Szene und gibt dem Abend eine zusätzliche, unverwechselbare Farbe.

consent2k – der Soundarchitekt im Hintergrund
Hinter dem klaren Sound und der stimmigen Atmosphäre des Abends steht consent2k, Produzent und Musiker. Er hat zahlreiche Tracks für Sierra Kidds Alben produziert, darunter NAOSU, und prägte damit entscheidend den Klang seines Comebacks. Sein Stil verbindet Hip-Hop, Trap und elektronische Elemente zu einem vielschichtigen Klangbild, das introspektive Tracks ebenso trägt wie radiotaugliche Singles. Seine Produktionen ermöglichten die Live-Arrangements und den erstklassigen Sound in der Papenburger Kesselschmiede.

Ein Comeback voller Nähe
Sierra Kidd kehrte nicht als alter Star zurück, sondern als gereifter Künstler, der Wachstum, Selbstreflexion und musikalische Vielfalt verkörperte. Unterstützt von Wegbegleitern wie Chayn, Cheriimoya, Absent, Edo Saiya und dem Produzenten consent2k entstand ein Abend, der weniger auf Show, dafür umso mehr auf Echtheit und gemeinsame Musik setzt. Ein Abend, der den Fans in Erinnerung bleiben wird – nicht wegen der großen Pose, sondern wegen der klaren Botschaft, der Nähe und der Intensität, die von Bühne und Publikum gleichermaßen ausging.
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Für viele Fans ging die Party weiter
Nach dem Konzert setzte sich der Abend mit der großen After-Show-Party fort. Aufgelegt wurde von consent2k, der nicht nur als Produzent für andere Künstler bekannt ist, sondern auch eigene Tracks präsentierte. Die Stimmung im Güterbahnhof war ausgelassen – und auch hier war die Veranstaltung restlos ausverkauft, ein würdiger Abschluss eines unvergesslichen Abends.

